1. Was ist der Unterschied zwischen Ausgaben und Investments – und warum ist das so wichtig?

1. Was ist der Unterschied zwischen Ausgaben und Investments – und warum ist das so wichtig?

Ihr habt euch also entschieden, die Sache anzugehen und wollt wissen, wie man finanziell frei wird. Oder ihr wollt wissen, was ich dazu zu sagen habe; wollt schauen, ob ihr vielleicht noch etwas dazu lernen könnt. Oder ihr seid nur neugierig, ob hinter dem blumigen Marketing-Geschwurbel auf meiner Startseite auch wirklich etwas steckt? Prima. Dann lasst uns loslegen.

Auf dem Weg zur finanziellen Freiheit brauchen wir zunächst etwas Grundwissen. Das ist so ähnlich wie in der Schule beim Lernen einer neuen Sprache: zuerst ein par Vokabeln. Ohne geht’s nicht. Aber keine Sorge, wir beschränken uns auf zwei Begriffe. Wenn man diese beiden und auch den Unterschied dazwischen verstanden hat, hat man bereits die halbe Miete. Es geht um Ausgaben und Investments.

Kurz gesagt, bei einer Ausgabe kaufe ich mir etwas, das anschließend abgenutzt oder verbraucht wird. Das Ganze spielt dabei kein weiteres Geld ein. Bei einem Investment gebe ich mein Geld aus, um irgendwann später mehr Geld zu haben als vorher. Auf dem Weg zur finanziellen Freiheit wollen wir im Wesentlichen Investments machen und Ausgaben vermeiden.

Von Ausgaben, Luxus und Schnickschnack

Machen wir ein paar Beispiele: klassische Ausgaben sind Essen (wird verbraucht) oder Kleidung (wird abgenutzt). Das gilt leider auch für die Frauenwelt: das schöne, neue, glänzende Paar Schuhe ist allenfalls ein emotionales Investment. Aber sobald es im Schrank zwischen den anderen hundert Paaren verschwunden ist, muss es als Ausgabe abgeschrieben werden. Weitere Beispiele für Ausgaben sind neue Möbel, das neue Auto oder eine privat genutzte Immobilie.

„Aber Markus, ich brauche doch die Sachen, um am Leben zu bleiben. Ohne Essen verhungere ich und ohne Auto komme ich nicht zur Arbeit. Dann kann ich auch nicht das Geld verdienen, mit dem ich irgendwann finanziell frei werde.“

Stimmt! Es gibt also zwei Klassen von Ausgaben. Nennen wir sie notwendige Ausgaben und Schnickschnack. Notwendig ist das besagte Essen, das ich brauche, um nicht zu verhungern oder die Kleidung, die ich brauche, um meinen Job zu machen. Wenn ich dadurch bequemer leben kann und mehr Motivation habe, Geld zu verdienen, dann können auch ein schickes Auto oder eine schönere Wohnung notwendige Ausgaben sein. Das will allerdings gut hinterfragt und abgewogen werden. Wie das genau geht, erfahren wir gleich.

Zuerst müssen wir etwas mehr über die zweite Klasse von Ausgaben wissen: Unter Schnickschnack verstehe ich Ausgaben, die über das Notwendige hinaus gehen. Dinge, die „lediglich“ emotionalen Mehrwert bieten. Wenn ich mein Auto nur brauche, um zum Einkaufen und in die Arbeit zu fahren, tut’s theoretisch auch ein gebrauchter Kleinwagen für ein paar tausend Euro. Ein Porsche dagegen wäre für diesen Zweck eindeutig Schnickschnack – oder sogar unpraktisch, weil ich den zweiten Kasten Bier nicht mehr in den Kofferraum bekomme. Und auf dem eigenen Schoß kann ich ihn beim Auto fahren schlecht transportieren.

Bitte nicht falsch verstehen. Ich will hier niemandem eine angemessene Portion Luxus absprechen. Es kann helfen, wenn bestimmter Schnickschnack, wohl dosiert, für eine bessere Motivation sorgt, die eigenen Ziele zu erreichen. Er sollte nur nicht zu viel Geld verbrauchen, das man ansonsten in Investments stecken könnte. Ich selbst wäge beim Kauf von Luxusgütern immer ab: brauche ich diesen Luxus wirklich schon jetzt? Oder kann ich warten bis ich genug passives Einkommen habe und mich dieser Kauf nicht mehr direkt die eigene Arbeitszeit kostet? Dann ist der Luxus nämlich quasi gratis. Er frisst nicht mehr die Grundlage auf, die ich mir gerade aufbaue und ich kann ihn viel mehr genießen.

Ich kann hier ein Beispiel aus meinem eigenen Leben machen: bisher konnte ich dauerhaft auf ein eigenes Auto verzichten. Ich werde mir schon einmal einen richtig schicken Luxus-Sportwagen leisten. Ich habe sogar schon einen im AUge. Bisher hätte ich nur noch nicht wirklich Spaß daran gehabt, weil er zu viel Investmentpotenzial verbrannt hätte. Ich habe festgestellt, dass man in der Großstadt nicht wirklich ein Auto braucht. Meine Wohnungen habe ich mir so ausgesucht, dass ich mit den Öffentlichen zur Arbeit fahren konnte. Für den Party-Großeinkauf am Wochenende gab’s Car-Sharing. Dafür war dann die Wohnung etwas teurer, weil näher am Zentrum. Und das fand ich auch noch besser als ein Auto weil ich zentraler gewohnt habe und es nicht so weit hatte wenn ich abends weggehen wollte. Der Luxus einer schicken Wohnung hat mir persönlich mehr gegeben als ein schickes Auto. Und so weiter…

Das Beispiel mag für manche krass klingen. Aber nicht jeder muss es so machen. Wichtig ist, dass ihr lernt, eure Ausgaben in Zukunft zu hinterfragen und auf Notwendigkeit „abzuklopfen“. Wenn ihr das noch nie gemacht habt, werdet ihr erstaunt sein, an welchen Stellen man doch überall Geld sparen kann. Man muss nicht alles supergenau auf das „eine große Ziel“ hin optimieren. Etwas Spaß sollte zwischendurch auch sein, damit man weiß, wofür man lebt. Der Weg zur finanziellen Freiheit ist vor allem eines: oft länger als man glaubt. Aber gerade für Leute, die stellenweise etwas klamm sind oder die noch mehr Potenzial für ihre Investments freilegen wollen, kann es sich lohnen, die eigenen Ausgaben für eine Weile kritisch zu hinterfragen und den eigenen Lebensstil zu optimieren. Denkt man über die verschiedenen Möglichkeiten eine Weile nach, kristallisiert sich meistens früher oder später ein sinnvoller Kompromiss heraus.

Von Investments, Skalierung und Vitamin B

So viel zu den Ausgaben. Investments dagegen werden mit der Absicht gemacht, mehr Geld einzuspielen als sie ursprünglich gekostet haben. Im besten Fall mit weniger Zeitaufwand als im aktuellen Job. Es ist wichtig, dass die Zeit, die in das Investment gesteckt wird, mittel- bis langfristig mehr Geld pro Stunde einbringt als die aktuelle Arbeit. Sonst könnte ich stattdessen besser in die Arbeit gehen, weil ich damit mehr verdiene.

Es gibt aber eine Ausnahme: ein neues Investment kann zu Anfang oft etwas weniger einbringen. Manchmal braucht es Zeit, die Lernkurve zu bewältigen und die nötigen Fortschritte zu machen, um Dinge in Schwung zu bringen. Aber nach hinten raus möchte ich, dass meine Investments lukrativer werden als meine aktuelle Arbeit.

Und woher weiß ich, wie lukrativ meine Arbeit ist? Das kann man sich sofort ausrechnen. Man teilt einfach das monatliche Nettogehalt durch die Anzahl der Arbeitsstunden pro Monat und schon kennt man den eigenen Stundenlohn. Damit hat man einen guten Richtwert, was die eigene Arbeitsleistung wert ist und weiß, was eine Stunde investierte Lebenszeit an Geld einbringt.

Aber zurück zu den Investments. Beispiele für klassische Investments sind Handel mit Aktien, der Kauf einer vermieteten Immobilie oder der Aufbau eines eigenen Geschäftsmodells. Aber auch Hobbies können Investments sein, wenn man sie zu Geld machen kann. Das kann vom Sammeln von und Handeln mit irgendwelchen seltenen oder wertvollen Dingen bis hin zu so etwas Abstrusem wie Gewinnspielen gehen. Ich habe früher, zu Studentenzeiten, eine Weile bei allen möglichen Gewinnspielen mitgemacht. Nicht nur wegen des Geldes. Mir hat das damals Spaß gemacht und ich wollte wissen, ob und was man so alles gewinnen kann. Ich hatte das zum Schluss regelrecht automatisiert und mich sogar bei Anbietern registriert, die etwas Geld verlangen, um mich bei neuen Gewinnspielen anzumelden. Den Kram, den ich gewonnen habe, habe ich dann bei eBay verkauft. Das hat eine Weile Spaß gemacht. Was hier schließlich gefehlt hat, war die weitere Skalierbarkeit. Das ist eine weitere wichtige Eigenschaft von Investments. Sie sollen irgendwann ein vielfaches von dem einbringen, was ich durch meine normale Arbeit verdiene. Das Investment soll ausbaubar sein; ich möchte es bei Zeiten auf den nächsten Level bringen können. Bei den Gewinnspielen habe ich es irgendwann nicht weiter geschafft, den Ertrag pro Stunde Arbeit zu steigern. Bei Aktien oder Immobilien kann man mit relativ kleinem Einsatz anfangen und diesen immer weiter steigern, bis in die Millionen oder sogar Milliarden. Der Ertrag hängt im Wesentlichen vom Geldeinsatz ab und weniger von der investierten Zeit.

Und es gibt noch einen wichtigen Aspekt, der bei der Skalierung eines Investments unglaublich helfen kann: Beziehungen. Durch den Austausch mit anderen Menschen kann ich austesten, was diesen Leuten wichtig ist und was sie brauchen können. Wenn ich zufällig etwas habe, was jemand anderes braucht und er auch noch bereit ist, mir mehr dafür zu bezahlen als ich ursprünglich bezahlt habe, dann ergibt sich die klassische Win-Win-Situation. Das kann vom Handel von Waren gegen Geld bis hin zum Auftrag gehen, den ein Wettbewerber im gleichen Business gerade rein zeitlich nicht abarbeiten kann und deswegen an mich weiter gibt. Letzteres höchstwahrscheinlich in der Hoffnung, in einer umgekehrten Situation dann von mir einen Gefallen erwiesen zu bekommen.

Durch das berühmt-berüchtigte Vitamin B können unglaubliche Skaleneffekte erreicht werden. Schade, dass es Leute gibt, die den Faktor Beziehungen schlecht reden. Oft heißt es: „Der hat das nur geschafft, weil er Beziehungen hat.“ Ich glaube, Leute, die das sagen, haben entweder selbst keine Beziehungen und sind neidisch auf andere, die welche haben. Oder sie haben das Prinzip dahinter noch nicht richtig verstanden oder wissen noch nicht genug, um es so anwenden zu können, dass es Sinn macht. Ich will hier bestimmt niemanden vor den Kopf stoßen. Aber wenn sich jetzt jemand durch diese Zeilen angesprochen fühlen sollte, dann empfehle ich, einmal zu überprüfen, ob das bisherige Leben überwiegend aus einer Art Einzelkämpfertum bestanden hat. Wie sieht z. B. die Zusammenarbeit mit Kollegen auf der Arbeit aus? Wie oft besteht sie aus Teamarbeit? Und macht diese Teamarbeit Spaß? Ich schreibe das, weil ich selbst einen guten Teil meines Lebens ein Einzelkämpfer war, dem die negativen Seiten der Kooperation wie z. B. menschliche Reibereien oder Absicherung gegen Verluste und Betrüger mehr angestrengt haben als die Benefits einer Zusammenarbeit. Im Laufe der Zeit habe ich mehr und mehr gelernt, wie ich ersteres von einer unangenehmen Mammut-Aufgabe mehr und mehr zur notwendigen Routine machen kann, damit letzteres besser und besser funktioniert.

Und damit wären wir bei der Kehrseite der Medaille: manchmal ist etwas Vorsicht im Umgang mit Beziehungen angebracht. Es gibt auch Leute, die nicht die edelsten Absichten haben. Verträge zur Absicherung können helfen. Und wer glaubt, es gibt genug andere, die machen bestimmte Dinge schon für mich, und sich dabei selbst auf die faule Haut legt, der wird sich selbst vermutlich recht schnell abseits des eigenen Weges wiederfinden. In unserer heutigen Zeit muss man zum Glück nicht mehr damit rechnen, mit durchgeschnittener Kehle in der Gosse aufgefunden zu werden, wenn man einmal ein schwarzes Schaf in der Finanzbranche erwischt. Aber das investierte Geld — wie sagt man so schön: es ist nicht weg. Es hat nur ein anderer.

Fazit

Fassen wir zusammen: Auf dem Weg zur finanziellen Freiheit wollen wir weg von Ausgaben, also Käufen, die Geld verbrauchen, vor allem von unnötigem Luxus (Schnickschnack). Wir wollen hin zu Investments, also Käufen, die mehr Geld einbringen als sie gekostet haben. Wir wollen passives Einkommen generieren in dem wir über geeignete Investments den eigenen Stundenlohn steigern und diese Investments skalieren. Das geht umso besser, je mehr Wissen wir über die Investments aufgebaut haben. Auch ein gutes Beziehungsnetzwerk kann hier Wunder wirken und will aufgebaut und gepflegt werden.

Weiterführende Literatur

Ausgaben und Investments, Schnickschnack, Luxus und Lebensstil: Rich Dad, poor dad Kyosaki

Skalierbarkeit: 4-Stunden-Woche

Aufbau von Beziehungen und Netzwerken

„Erfolgsstrategie Networking: Business-Kontakte knüpfen, organisieren und pflegen“ von Monika Scheddin

„Wie man Freunde gewinnt“ von Dale Carnegie.

Über den Umgang mit Menschen von Adolph Freiherr von Knigge

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